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Ansmann Racing  
Royal Flash & Master-Smacker  
Testbericht, Teil 3  

 Die letzten Startvorbereitungen
 

Während der RTR Master-Smacker dank der guten Montagequalität und dem voreingestellten Regler bis auf den Akku eigentlich "ready-to-run" ist, gibt es beim ARTR Royal Flash natürlich noch einiges mehr zu tun. So wurde ein schnelles, kräftiges Lenkservo (Thunder Tiger DS1015) und ein Ansmann Elite 13T V/R Regler verbaut. Die Wahl der RC-Anlage fiel auf ein 40MHz Hitec FM-System. während sich leistungsstarke Orion Race Spec 3600 Lipo-Akkus um den Energiehaushalt beider Modelle kümmern.

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 Die ersten Testrunden ...

 
... finden traditionsgemäß auf der Graspiste im heimischen Garten statt. Der kurz gemähte Rasen bringt enorm viel Grip mit, sodass Unzulänglichkeiten wie etwa zu weiche Servosaver sofort auffallen. An das Fahrwerk werden dagegen (vor allem mit der Baukastenmotorisierung beider Modelle) keine sonderlich hohen Ansprüche gestellt.
Im Vergleich zum Smacker fährt sich der neue Master-Smacker deutlich besser, insofern er die Kurven bei gleicher Geschwindigkeit enger nehmen kann.
Das Lenkverhalten selbst wirkt dabei jedoch etwas merkwürdig; fast so, als würde der Master-Smacker von einem unsichtbaren Räderpaar 20cm vor dem Frontrammer gelenkt werden. Dementsprechend fühlt er sich teils wie ein gezogener Karren an. Für absolute Einsteiger sicherlich von Vorteil, weil das Lenkverhalten damit sehr berechenbar und absolut unkritisch ist, ohne andererseits allzu heftig zu untersteuern.
Die Federung des Master-Smackers ist vergleichsweise träge, sodass der Buggy bei Vollgas in engen Kurven auf Rasen gerne kippt. Aus Schotter, Kies, Erde, Asphalt... sollte das nicht passieren.
Die Beschleunigung des Master Smackers ist zwar schon fühlbar besser als jene des Original Smackers, könnte aber immer noch etwas explosiver ausfallen. (Oder ist sie aus Einsteigersicht genau richtig?)
Verantwortlich dafür zeigt sich allerdings nicht der Antriebsstrang, welcher trotz beachtlicher Lärmentwicklung recht leichtgängig läuft, sondern die Regler-Motor-Combo.
Mit einem guten, frei timebaren 17-Turn Motor (Die Baukastenuntersetzung kann verwendet werden) und einem stärkeren Regler - das sollte dann aber ein Winzling vom Format eines LRP Quantums oder Ähnlichem sein, denn der Stock-Regler überm Servo beult bereits die Karosserie aus - ist hier auf jeden Fall mehr möglich. Und das Fahrwerk verträgt's auch!

Kandidat Nummer zwei: Ebenso steif gefedert, ebenso stark untersetzt und demnach ob seiner größeren und schwereren Reifen überfordert, kann der Royal Flash dem Master-Smacker am heimischen Rasen nicht das Wasser reichen
"Wir haben einen netten Einsteiger-Buggy, lasst uns doch einen Truggy draus machen!" war hier die Devise, und die Ambitionen reichten für eine "echte" verbreiterte Aufhängung. (Obwohl der RF enormes Offset an den Felgen verwendet, um noch ein paar Zentimeter zu schinden)
Leider war es damit für das Entwicklungsteam scheinbar auch schon getan, denn dem größeren Radumfang steht keine entsprechend größere Untersetzung gegenüber, sodass identische Komponenten wie zum Beispiel der Motor im Royal Flash doch erheblich wärmer werden als beim Smacker.

Vom Fahrverhalten auf dem Grasboden her gefällt der Royal Flash dagegen einen Tick besser, da sich seine Lenkung spürbar direkter anfühlt. So lässt es sich auch ganz nett und kontrolliert driften.
In schnellen Kurven und bei viel Grip kippt der Royal Flash im Gegensatz zum Master-Smacker nicht um. Nicht nur, weil das Truck-Chassis deutlich mehr Spurweite mitbringt, sondern auch, weil der (selbst für den Master-Smacker) weiche Servosaver angesichts der dicken Reifen das Ruder loslässt, wenn's ernst wird.
Sprich: Der Kurvenradius nimmt mit steigender Geschwindigkeit deutlich stärker zu als beim Smacker, obwohl beide Modelle ähnlich viel Grip mitbringen.

 

 Sandstürme in der Lehmgrube
 

Während die letzten Sommertage bald an einer Hand abzuzählen sind, brennt die Sonne nochmals unbarmherzig auf das Bashgelände aus Lehm und Kies nieder. Am Start stehen natürlich wieder ... die beiden Ansmänner!
Der staubige und steinige Untergrund stellt die Probanden gleich auf mehrere harte Proben: Zum Einen bringt der Boden kaum Grip, sodass das die Fahrwerksgeometrie beweisen muss, ob sie echtem Offroad-Bashing gewachsen ist. Weiters hatte der Smacker (als einziger aller bisher getesteten Modelle) mit dem feinen Kies erhebliche Probleme, da sich die Steinchen unaufhaltsam ihren Weg zum Hauptzahnrad bahnten und dort zwischen Chassis und HZ eingeklemmt wurden. Kann die neue Abdeckung von Master-Smacker und Co solcherlei vorzeitige Ausfälle verhindern?

(Bilder für eine Großansicht anklicken!)

Gefiel das Fahrverhalten des Royal Flash auf kurzem Rasen noch besser als jenes vom Master-Smacker (weil er sich einfach zu "brav" fährt), so geht das Duell auf Lehm und Kies genau andersrum aus: Der Master Smacker verfügt (im Gegensatz zum Smacker) nun endlich über die passende Untersetzung, womit er recht flott seine Runden ziehen kann. Die Lenkung fühlt sich spritzig an, der Buggy lässt sich sehr kontrolliert driften, aber auch präzise um die Kurven zirkeln.
Mit dem Standardmotor ist er für Einsteiger ausreichend motorisiert und liegt etwa auf dem Niveau vergleichbarer Tamiya Modelle vom Schlage eines DF-02.

Gar nicht gut geht die Session dagegen für den Royal-Flash aus: Bedächtigere Beschleunigung zeugt einmal mehr davon, dass man einen Truggy nicht wie einen Buggy untersetzen kann. Selbst auf hartem Belag, der kaum Rollwiderstand aufweist, erhitzt sich die Elektrik derart rasant, sodass an einen "Dauerbetrieb" in der Größenordnung der Laufzeit eines 3000-4000mAh Akkus eigentlich nicht zu denken ist. Viel mehr muss dem Royal Flash alle zwei bis drei Minuten eine Pause gewährt werden, so sie sich der Regler nicht schon von selbst genehmigt.
Das Lenkverhalten des Royal Flash ist merklich träger - dem Servosaver und der Truckaufhängung sei Dank - ohne jedoch die üblichen Vorteile eines Trucks ausspielen zu können. Denn damit kaum Grip aufkommt, dafür sorgen schon die breiten, aber de facto einlagenlosen Reifen. (Der Master-Smacker kommt dank sehr schmaler Reifen und dickem Gummi bei Stock-Motorisierung auch ohne Einlagen klar)
Insgesamt hatte der Royal Flash ein sehr kurzes Gastspiel: Denn die neue Getriebeabdeckung sorgt nicht nur dafür, dass sich Steinchen zwischen Chassisboden und Hauptzahnrad verklemmen können, sondern bietet den kleinen Saboteuren nun auch eine weitere Eingriffsmöglichkeit zwischen dem Hauptzahnrad und der Abdeckung selbst. Denn eindringen können Steine nach wie vor recht gut von hinten und zum Teil auch von vorne.
Berücksichtigt man all die anderen Unannehmlichkeiten, welche die neue Abdeckung beschert, so ist die Konstruktion leider gründlich in die Hose gegangen.

(Bilder für eine Großansicht anklicken!)

Am Ende des Tages hat der Master Smacker alle Herausforderungen gemeistert und kehrt verstaubt, aber ansonsten völlig unbeschadet in die heimische Werkstatt zurück. Mit der Baukastenmotorisierung nahezu unverwüstlich, verträgt das Fahrwerk auch flottere Motoren bis etwa 17 Windungen.
Der Royal-Flash dagegen wusste nicht so recht zu überzeugen: Vermutlich begünstigt die offenere Truck-Karosserie den Überfall der Kieselsteinchen auf das Getriebe, denn es sollte sich nach der Reparatur (9 Schrauben für die Abdeckung) noch wiederholen.

 

 Checkpoint - oder: Getrennte Wege
 
Auch wenn es sich bei diesem Artikel um ein Doppel-Review handelt, so sollte dem Leser nach all den Ausführungen klar sein, dass Master Smacker und Royal Flash einfach zu verschieden sind, um sie einer gemeinsamen Wertung zu unterziehen.

Der Master Smacker hat ebenso nur noch wenig mit seinem Vorgänger gemein: Eine völlig neue Chassiskonstruktion und die etwas modifizierte Aufhängung ergeben einen günstigen aber beileibe nicht billigen Buggy.
Viele Kritikpunkte die ich dem Vorgänger anlastete (Akkuhalterung, Übersetzung, Montageprobleme bei den Stoßdämpfern, beim Ritzel etc.) wurden behoben, einige sind geblieben (Der Master-Smacker benötigt Motoren mit einer Vorzugsdrehrichtung gegen den Uhrzeigersinn) und einer ist hinzu gekommen: Die völlig missglückte Getriebeabdeckung, die zwar kaum mehr Schutz bietet, aber offenbar den etwas seltsamen Motorhalter erfordert.
Sieht man über Letzteres hinweg und verbessert die Abdichtung mit Eigenbau-Blenden, so hat man es mit dem zur Zeit günstigsten 4wd-Buggy am Markt zu tun, der im Fahrtest beweisen konnte, dass er sich hinter der (teureren) Tamiya-Einsteigerklasse nicht zu verstecken braucht.
Im Gegensatz zum Smacker möchte ich dem Master-Smacker durchaus ein gewisses Tuningpotential zusprechen; Wer mehr Speed will, kann gerne einen stärkeren Motor bis 17 Windungen einbauen - sollte anschließend aber auch die Stoßdämpfer weicher abstimmen.

Weniger nett sieht dagegen die RTR-Ausstattung aus: Während Regler und Servo durchaus in Ordnung gehen, so kann ich vor allem den Sender angesichts des hervorragenden Vorgängermodells nur als absoluten Tiefschlag werten: Wenig ansprechende Haptik und vor allem der generöse Verzicht selbst auf Trivialfeatures (Ladebuchse, Lenkwegsbegrenzung) sind einfach nicht mehr zeitgemäß.

Insgesamt ist der Master-Smacker dennoch sowohl im RTR-Set wie auch als ARTR in Bezug auf seinen Vorgänger eine (größtenteils) schöne Weiterentwicklung und in Bezug auf den Markt ein attraktives Angebot an Hobbyeinsteiger mit äußerst knappem Budget.

  

 Royal Flash - Das Sorgenkind
 

Auch der Royal-Flash profitiert von den Verbesserungen des Master-Smackers gegenüber dessen Vorgänger, doch ein Vergleich mit den Buggies ist hier fehl am Platz, denn der Royal Flash gehört einer gänzlich anderen Fahrzeugklasse an: Truggies bieten eine bessere Geländegängigkeit als Buggies, ohne die Behäbigkeit von Monster-Trucks in Kauf zu nehmen.
Damit stellen Truggies ihre eigenen Anforderungen, die bei der Konstruktion des Royal Flash leider größtenteils außen vor gelassen wurden.
Der weiche Servosaver, die unpassende Bereifung und einige Fertigungsmängel sind hier nur Peanuts angesichts der viel zu knapp gewählten Übersetzung, die dem Royal Flash - so er sich an die Hobbyeinsteiger richtet - nach wenigen Minuten Fahrzeit das Genick bricht. (Ich würde dem Unkundigen nicht zumuten, bei sommerlichen Temperaturen bereits nach 2 bis 3 Minuten Fahrzeit Temperaturtests durchzuführen, um zu erkennen, dass der Truggy nun eine Pause braucht!)

Dementsprechend bleibt in der abschließenden Bewertung nicht viel mehr Positives übrig, als die nette Idee, einen geländegängigeren 1/10 Elektro-Offroader zu bauen. Denn für Einsteiger ist der Royal Flash keine ernsthafte Alternative zum gelungenen Master-Smacker.
Ob sich der Royal-Flash abseits seiner Zielgruppe noch zum Tüftler-Liebling mausern kann, bleibt abzuwarten. Im anschließend verlinkten Topic haben sich jedenfalls eine Menge erfahrener Modellsportler gefunden, die für fast alle Wehwehchen des Truggys Workarounds gebastelt haben und diese im Info-Thread vorstellen.


Mit besonderem Dank an:


Ansmann-Racing


Text und Bilder von Aaron Banovics
Dieser Bericht wurde am 25.8.2008 von www.offroad-cult.org veröffentlicht.
 

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