Nach
einem eher missglückten Ausflug zu den Verbrennern, wollte ich nun
endlich den professionellen Einstieg in den Rc-Buggy Sport wagen. Zur
Auswahl standen für mich der xx-4 und der xxx-4 (beide von Losi) der letztere ist
es aufgrund der meiner Meinung nach gesicherten Ersatzteilversorgung
geworden.
Baukasten & Bauanleitung:
Wie
üblich kommt der Losi zu 0% vormontiert aus der Schachtel. Durch die genaue Anleitung (mit
beigelegter deutscher Übersetzung) und des praktisch sortierten Bausatzes
(alle Teile einer Baustufe in einem Sackerl verpackt, um Chaos am
Basteltisch vorzubeugen)
ist der Zusammenbau auch für Einsteiger leicht zu schaffen und man hat
Spaß dabei. Bitte die Tipps rechts beacjten!
Motor:
Motor
und Ritzel sind nicht inkludiert. Eine Übersetzungstabelle gibt aber
Aufschluss darüber, welcher Motor wie untersetzt werden sollte. Der
eigentliche Test auf der Strecke fand mit folgenden zwei Antriebsvarianten
statt:
- LRP Fusion Modified 11*2 mit 17er Ritzel
- Gm Dr. Speed 12*3 mit 19er Ritzel
(Der Regler ist vorerst noch ein Ko-Propo. Genaue
Bezeichnung ist mir leider unbekannt da ausgeborgt.)
Chassis & Antriebsstrang:
Auffallend
beim XXX-4 natürlich sofort der gekapselte 1-Riemen Antrieb. Durch diesen
erreicht das Chassis einen sehr hohen Vortrieb.
Der Nachteil an der Sache ist der, dass verschiedene
Geschwindigkeiten zwischen den Vorder- und Hinterrädern (z.B. Landung) nur durch das
Durchrutschen des Riemens ausgeglichen werden können (und nicht wie beim
Vorgänger durch 2 unabhängige Slipperscheiben). Da
der Riemen selbst jedoch durch extrem hohe Belastbarkeit und
Verschleißfestigkeit überrascht stört dies nicht weiter.
Bei Slipper und Differenzialen
hatte ich als Anfänger noch Probleme beim Einstellen, durch tatkräftige
Unterstützung habe ich aber auch das hinbekommen. Seitdem machen diese
Teile keine Probleme mehr. Beim Slipper stört nur das man zu seiner Einstellung
ständig die obere Riemenkanalabdeckung öffnen muss. (Weshalb auch ein
zusätzliches Abdichten mit Klebeband oft "ungut" ist)
Die zwei Kugeldiffs lassen sich ganz einfach von außen einstellen -
anlässlich des Erscheinen des XXX-4 hat ihnen Losi ein kleines Update
spendiert, so wird z.B. ein besseres Drucklagerfett (das rote von MIP) und
eine stabilere Kontermuttereinheit verwendet.
In Sachen Wartung erfüllt der XXX-4 praktisch alle
Wünsche. Auch wenn die Teile des Chassis fließend ineinander übergehen,
(seit dem XXX quasi ein Losi-Markenzeichen) kann man doch mit dem
Entfernen weniger Schrauben praktisch jedes Teil
ausbauen.
Da Riemen und Differenziale aber wie schon erwähnt mit hoher
Verschleißfestigkeit überraschen ist unter "Wartung" im Normalfall
eigentlich nur das gelegentliche Reinigen der Teile gemeint.
Die Aufhängung erscheint im allgemeinen als sehr
stabil, nach den ersten Fahrten erkennt man jedoch bald einen kleineren
Schwachpunkt: die vordere Schwingenbrücke aus Kunststoff erweist sich leider als
sehr instabil und bricht schon bei "Feindkontakt" gerne. Man sollte sie deshalb durch die Version aus Aluminium
ersetzen (ca. 20€).
Einschränkungen gibt es beim angeblich voll
gekapselten Riemenkanal. Er hält zwar Steine problemlos ab, da er aber nur
mit einer schlecht abdichtenden Abdeckung aus Lexan geschlossen wird
sammelt sich schnell feiner Staub von der Strecke an den Zahnrädern (stört
aber nicht und auch der Verschleiß wird nicht nennenswert erhöht, und wer
will, der kann immer noch mit Klebeband an den Übergängen nachhelfen)
Das Tuning:
Wie schon erwähnt
ist eigentlich nur die vordere Schwingenbrücke aus Aluminium wirklich
nötig.
Ab dann sollte man sich fragen ob der Buggy als
reines Just-for-Fun Fahrzeug dient oder ob man mehr damit machen will
(Clubrennen, ...).
Für Leute die dieses Hobby wirklich ernst betreiben
und auch mehr erreichen wollen, bietet Losi zahlreiche sinnvolle
Tuningparts an wie den Freilauf, Titanspurstangen, Graphitteile.. aber
auch namhafte Herstelle wie MIP stellen viel nützliches zur Verfügung.
(CVD Upgrades und die generell empfehelenswerten "MIP Diff Rebuild Kits")
Die vorderen Diff-Mitnehmer wären aus Metall ebenfalls eine Überlegung
wert. (die hinteren sind bereits im
Baukasten enthalten) Sie sind zwar nicht dringend nötig fallen aber trotzdem und
sinnvolles Tuning.
Bemerkenswert bei Losi sind vor allem die relativ günstigen Ersatzteile, die man beim richtigen Händler auch meist lagernd
vorfindet.
Und die Tatsache das der Vorgänger bereits seit 6 Jahren
existiert und man noch ohne größere Probleme Teile (ja sogar noch den
ganzen Baukasten) erhält spricht wohl dafür dass der XXX-4 lange Freude
bereiten wird..
Auf der Strecke:
Jetzt sollte es losgehen; Akkus geladen Auto auf die
Strecke und ab auf den Fahrerturm.
Und schon ist man beim ersten Gasgeben
vom Vortrieb dieses Chassis begeistert.
Sein wahres Potenzial zeigt der XXX-4 in schnellen Passagen die man mit Leichtigkeit durchfährt. Die
Lenkung ist sehr sehr präzise.
In langsamen Streckenabschnitten machen sich jedoch sehr schnell die
kleinsten Setup Fehler bemerkbar.und der Buggy wird unberechenbar
(eben schwerer zu fahren)
Am meisten Sorge machte mir das
Springen: wenn man sich den XXX-4 ansieht würde man vermuten das er
aufgrund des einseitig positionierten Akkus sehr leicht aus dem
Gleichgewicht käme und irgendwie "schief absegeln" würde. (Der
Vorgänger kann nur mit Saddlepacks gefahren werden, die auf dem Chassis
verteilt werden.)
Wieder war meine Sorge unbegründet. Selbst der Anfänger hält diesen
Buggy ohne großes Ausgleichen problemlos waagrecht in der Luft und auch
Landungen sind unkritisch.
Fazit:
Losi hat mit dem XXX-4 und
dessen Konzept
(das sie vom XXX-S ausgeborgt haben) auf jeden Fall neue Maßstäbe gesetzt. Dieser Buggy wird sich in den nächsten
Jahren sicher den selben Status wie sein Vorgänger "erarbeiten"
Ein Problem macht gegenüber seinem Vorgänger einfach
das schwerer zu findende Setup (durch den höheren Vortrieb aber auch
logisch)
Man muss natürlich erwähnen dass durch die
jahrelange Erprobung der XX-4 vor allem für den Profi sicher noch Vorzüge
hat, in den nächsten Jahren wird sich aber auch der XXX-4 bewähren und
den selben Status genießen. Die anfänglichen Produktionsfehler, von denen
man hörte und die der eine oder andere vielleicht auch selbst erfahren
musste sind mittlerweile beseitigt, auch wenn Losi noch daran arbeitet,
weitere Teile zu verstärken.
von Flyinglosi
Ein Testbericht von
www.offroad-cult.org
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