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Team Losi XXX-4
4wd 1:10 Wettbewerbsbuggy
(http://www.teamlosi.com/)


 

Nach einem eher missglückten Ausflug zu den Verbrennern, wollte ich nun endlich den professionellen Einstieg in den Rc-Buggy Sport wagen. Zur Auswahl standen für mich der xx-4 und der xxx-4 (beide von Losi) der letztere ist es aufgrund der meiner Meinung nach gesicherten Ersatzteilversorgung geworden.
 

Baukasten & Bauanleitung:

Wie üblich kommt der Losi zu 0% vormontiert aus der Schachtel. Durch die genaue Anleitung (mit beigelegter deutscher Übersetzung) und des praktisch sortierten Bausatzes (alle Teile einer Baustufe in einem Sackerl verpackt, um Chaos am Basteltisch vorzubeugen) ist der Zusammenbau auch für Einsteiger leicht zu schaffen und man hat Spaß dabei. Bitte die Tipps rechts beacjten!


Motor:

Motor und Ritzel sind nicht inkludiert. Eine Übersetzungstabelle gibt aber Aufschluss darüber, welcher Motor wie untersetzt werden sollte. Der eigentliche Test auf der Strecke fand mit folgenden zwei Antriebsvarianten statt:

  • LRP Fusion Modified 11*2 mit 17er Ritzel
  • Gm Dr. Speed 12*3 mit 19er Ritzel

(Der Regler ist vorerst noch ein Ko-Propo. Genaue Bezeichnung ist mir leider unbekannt da ausgeborgt.) 


Chassis & Antriebsstrang:

Auffallend beim XXX-4 natürlich sofort der gekapselte 1-Riemen Antrieb. Durch diesen erreicht das Chassis einen sehr hohen Vortrieb.

Der Nachteil an der Sache ist der, dass verschiedene Geschwindigkeiten zwischen den Vorder- und Hinterrädern (z.B. Landung) nur durch das Durchrutschen des Riemens ausgeglichen werden können (und nicht wie beim Vorgänger durch 2 unabhängige Slipperscheiben). Da der Riemen selbst jedoch durch  extrem hohe Belastbarkeit und Verschleißfestigkeit überrascht stört dies nicht weiter. 

Bei Slipper und Differenzialen hatte ich als Anfänger noch Probleme beim Einstellen, durch tatkräftige Unterstützung habe ich aber auch das hinbekommen. Seitdem machen diese Teile keine Probleme mehr. Beim Slipper stört nur das man zu seiner Einstellung ständig die obere Riemenkanalabdeckung öffnen muss. (Weshalb auch ein zusätzliches Abdichten mit Klebeband oft "ungut" ist)
Die zwei Kugeldiffs lassen sich ganz einfach von außen einstellen - anlässlich des Erscheinen des XXX-4 hat ihnen Losi ein kleines Update spendiert, so wird z.B. ein besseres Drucklagerfett (das rote von MIP) und eine stabilere Kontermuttereinheit verwendet.
In Sachen Wartung erfüllt der XXX-4 praktisch alle Wünsche. Auch wenn die Teile des Chassis fließend ineinander übergehen, (seit dem XXX quasi ein Losi-Markenzeichen) kann man doch mit dem Entfernen weniger Schrauben praktisch jedes Teil ausbauen.
Da Riemen und Differenziale aber wie schon erwähnt mit hoher Verschleißfestigkeit überraschen ist unter "Wartung" im Normalfall eigentlich nur das gelegentliche Reinigen der Teile gemeint.

Die Aufhängung erscheint im allgemeinen als sehr stabil, nach den ersten Fahrten erkennt man jedoch bald einen kleineren Schwachpunkt: die vordere Schwingenbrücke aus Kunststoff erweist sich leider als sehr instabil und bricht schon bei "Feindkontakt" gerne. Man sollte sie deshalb durch die Version aus Aluminium ersetzen (ca. 20€). 

Einschränkungen gibt es beim angeblich voll gekapselten Riemenkanal. Er hält zwar Steine problemlos ab, da er aber nur mit einer schlecht abdichtenden Abdeckung aus Lexan geschlossen wird sammelt sich schnell feiner Staub von der Strecke an den Zahnrädern (stört aber nicht und auch der Verschleiß wird nicht nennenswert erhöht, und wer will, der kann immer noch mit Klebeband an den Übergängen nachhelfen)


Das Tuning:

Wie schon erwähnt ist eigentlich nur die vordere Schwingenbrücke aus Aluminium wirklich nötig.
Ab dann sollte man sich fragen ob der Buggy als reines Just-for-Fun Fahrzeug dient oder ob man mehr damit machen will (Clubrennen, ...). 
Für Leute die dieses Hobby wirklich ernst betreiben und auch mehr erreichen wollen, bietet Losi zahlreiche sinnvolle Tuningparts an wie den Freilauf, Titanspurstangen, Graphitteile.. aber auch namhafte Herstelle wie MIP stellen viel nützliches zur Verfügung. (CVD Upgrades und die generell empfehelenswerten "MIP Diff Rebuild Kits")
Die vorderen Diff-Mitnehmer wären aus Metall ebenfalls eine Überlegung wert. (die hinteren sind bereits im Baukasten enthalten) Sie sind zwar nicht dringend nötig fallen aber trotzdem und sinnvolles Tuning.
Bemerkenswert bei Losi sind vor allem die relativ günstigen Ersatzteile, die man beim richtigen Händler auch meist lagernd vorfindet.
Und die Tatsache das der Vorgänger bereits seit 6 Jahren   existiert und man noch ohne größere Probleme Teile (ja sogar noch den ganzen Baukasten) erhält spricht wohl dafür dass der XXX-4 lange Freude bereiten wird..

Auf der Strecke:

Jetzt sollte es losgehen; Akkus geladen Auto auf die Strecke und ab auf den Fahrerturm.
Und schon ist man beim ersten Gasgeben vom Vortrieb dieses Chassis begeistert.
Sein wahres Potenzial zeigt der XXX-4 in schnellen Passagen die man mit Leichtigkeit durchfährt. Die Lenkung ist sehr sehr präzise.
In langsamen Streckenabschnitten machen sich jedoch sehr schnell die kleinsten Setup Fehler bemerkbar.und der Buggy wird unberechenbar (eben schwerer zu fahren)

Am meisten Sorge machte mir das Springen: wenn man sich den XXX-4 ansieht würde man vermuten das er aufgrund des einseitig positionierten Akkus sehr leicht aus dem Gleichgewicht käme und irgendwie "schief absegeln" würde. (Der Vorgänger kann nur mit Saddlepacks gefahren werden, die auf dem Chassis verteilt werden.)
Wieder war meine Sorge unbegründet. Selbst der Anfänger hält diesen Buggy ohne großes Ausgleichen problemlos waagrecht in der Luft und auch Landungen sind unkritisch.


Fazit:

Losi hat mit dem XXX-4 und dessen Konzept (das sie vom XXX-S ausgeborgt haben) auf jeden Fall neue Maßstäbe gesetzt. Dieser Buggy wird sich in den nächsten Jahren sicher den selben Status wie sein Vorgänger "erarbeiten"

Ein Problem macht gegenüber seinem Vorgänger einfach das schwerer zu findende Setup (durch den höheren Vortrieb aber auch logisch)

Man muss natürlich erwähnen dass durch die jahrelange Erprobung der XX-4 vor allem für den Profi sicher noch Vorzüge hat, in den nächsten Jahren wird sich aber auch der XXX-4 bewähren und den selben Status genießen. Die anfänglichen Produktionsfehler, von denen man hörte und die der eine oder andere vielleicht auch selbst erfahren musste sind mittlerweile beseitigt, auch wenn Losi noch daran arbeitet, weitere Teile zu verstärken.

 

von Flyinglosi
Ein Testbericht von www.offroad-cult.org
 Noch Fragen? In unserem Forum helfen wir gerne weiter!

 

Tipps für den Zusammenbau:

 

  • Das beigelegte Werkzeug sollte man sofort durch besseres ersetzen wie es z.B. von Robitronic angeboten wird (Achtung, es handelt sich um Zollschrauben). 
  • Auch das beigelegte Diff-Fett ist eher ungeeignet da es viel zu flüssig ist und somit nach wenigen Akkus  überall ist nur nicht am Differenzial selbst. Asso Stealth Diff Fett oder MIP Diff Fett verwenden!
  • In der Anleitung wird nicht beschrieben wie man das Rad des Riemenspanner einbauen muss. Der höhere Rand des Rades muss zum Hauptzahnrad zeigen. Dies ist sehr wichtig da der Riemen sonst bei ruckartiger Belastung vom Spanner hüpft.
  • Auch wenn es von Losi empfohlen wird, sollte man bei allen Teilen (bis auf die Differenziale) auf das Einfetten verzichten. Staub der in diesem Fett kleben bleibt wirkt äußerst verschleißfördernd.

 

 

Das Chassis



Jetzt auch für den Offroader: Antrieb mittels einem einzigen Riemen.
 

 

Tipp: Handling verbessern


Das Baukasten Setup ist zwar für eine ebene Strecke gut geeignet, wenn's härter zugeht, sollte man jedoch härtere Federn und dickeres Öl verwenden.
 

 

Tipp: Tuning


1.) empfohlenes Tuning:


Die Halterung für die vordere Aufhängung aus Aluminium ist auf jeden Fall notwendig. (A-9671,72 od. 73 bieten verschiedene Anti-Dive Einstellungen.)


Die 3. Generation der XXX-4 Dämpferbrücken sind nun aus gefrästen Carbonfiberplatten gefertigt und sollen die Probleme mit den vorangegangenen Revisionen endgültig beseitigen!

2.) für den Renneinsatz:

empfiehlt es sich, alle Spurstangen und Kugelköpfe in Titan nachzurüsten.
Die Stahl-Outdrives der hinteren Getriebebox sollten durch Kunststoff-Outdrives (wie vorne) ersetzt werden. Um hier kein Bruchrisiko einzugehen gehören auf alle 4 Outdrives Schutzringe aus Alu oder Titan.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Ranking

9/10

 

C

  • tolles Fahrwerkskonzept
  • 1-Riemenantrieb - endlich auch für den Offroader!
  • exzellente Materialien
  • super Fahreigenschaften in schnellen Passagen und bei Sprüngen
  • außerordentliche Verschleißfestigkeit und Leichtgängigkeit des Antriebsstranges
  • einstellbarer Doppelscheiben Slipper 

D

  • schwach dimensionierte vordere Schwingenbrücke (Tuning erforderlich)
  • unberechenbar in langsamen Passagen
  • schwer zu findendes Setup