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Lagerwechsel bei einem Verbrennungsmotor

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    Anmeldedatum: 30.08.2004
    Beiträge: 5545

    BeitragVerfasst am: 03.03.2008, 11:08    Titel: Lagerwechsel bei einem Verbrennungsmotor
    Einige werden schon in der misslichen Lage gewesen sein, die Lager ihres Verbrennungsmotors wechseln zu müssen. Das ganze hört sich schwieriger an, als es tatsächlich ist.

    Exclamation Quelle vom englischen Original und die Bilder mit freundlicher Genehmigung von RB
    RB Web Site - How to exchange the bearings of an RB Concept engine

    Nun aber frisch fröhlich ans Werkt

    Bevor der Motor aber zerlegt wird, sollte dieser gründlich gereinigt werden. Damit soll verhindert werden, dass Schmutz ins innere des Motors gelangt.
    Anm. Ich spüle nach so einer Aktion den Motor immer mit einer großen Menge WD40.

    Wichtig bei dieser Arbeit ist

    • ein sauberer Arbeitsplatz
    • entsprechendes Werkzeig

    Vorerst muss der Motor von sämtlichen Innereien befreit werden

    • Motor außen gründlich säubern. Je weniger Schmutz am Motorgehäuse haftet, desto besser
    • Vergaser entfernen.
    • Glühkerze herausschrauben
    • Die Schrauben des Kühlkopfes kreuzweise herausdrehen. Kreuzweise deswegen, um Verspannungen zu vermeiden
    • Kühlkopf und Brennraum entfernen. Bei Motoren, die den Brennraum im Kühlkopf integriert haben, ist das nur ein Teil. Achte dabei auf die dünnen Kupferdichtscheiben. Sie sollten weder verbogen und schon gar nicht verloren gehen. Eine verbogene oder beschädigte Dichtscheibe ist durch eine neue Dichtscheibe gleicher Stärke zu ersetzen.
    • Entferne die Schrauben des Heckabdeckung. Auch wieder kreuzweise.
    • Heckabdeckung herauszeihen. Aber Achtung. Der Kolben sollte sich im oberen Bereich befinden, da dieser sonst beschädigt werden könnte.
    • Laufbuchse herausziehen. Viele Laufbuchsen haben eine Nut im oberen Kragen. Ist so eine Nut nicht vorhanden, kann man sich auf zwei Arten helfen. Die Laufbuchse hat ein relativ großes Auslassfenster. Dort wo die Abgase entweichen. Dieses muss, wenn man druch den Auslass hindurchschaut, bündig mit dem Auslass im Motorblock sein. Oder man mach sich Markierungen (auf keinen Fall etwas eingravieren) auf der Laufbuchse UND am Motorblock. Ein nicht waserlöslicher Faserstift eignet sich hierzu besonders gut. Die Markierung kann nach dem Einsetzen der Laufbuchse mit etwas Sprit wieder entfernt werden.
    • Demontage des Kolbens samt Pleuel. In diesem Fall muss der Kolben in der ganz obersten Position sein.

    Sollten Probleme beim Entfernen des Pleuels auftreten (wenn es nur schwer runter geht ist das an und für sich ein gutes Zeichen), kann ein kleiner Gabelschlüssel (7mm) sehr hilfreich sein. Bevor jedoch der Kolben samt Pleuel aus dem Motor gezogen wird, sollte man sich entweder die Einbaurichtung des Kolbens merken, oder mit einem Faserstift (z.B. ein Stift zum beschreiben von CDs) markieren. Wird der Kolben beim Zusammenbau falsch eingebaut, läuft er nicht oder nur sehr schlecht.


    Normalerweise läßt sich das Pleuel etwa 3mm nach hinten schieben. Mit dem Gabelschlüssel läßt sich das Pleuel dann vorsichtig vom Kurbelwellenzapfen herunterhebeln. Dabei die Kurbelwelle immer wieder ein kleines Stück nach links und nach rechts drehen.


    Wenn das geschafft ist, kann die Kurbelwelle nach hinten rausgezogen werden.

    Jetzt wirds heiß. Den Motorblock wie auf dem Bild zu sehen ist, auf eine Herdplatte legen und auf höchster Stufe etwa 3 bis 4 Minuten erhitzen. Sobald das Öl zu rauchen beginnt, sollte der Block heiß genug sein.


    Mit einem Handschuh (der Motorblock ist heiß!) den Motorblock auf einer Holzplatte mit der Rückseite vorsichtig aufschlagen, damit das Hauptlager herausfallen kann. Sollte das nicht gleich funktionieren den Motorblock noch einmal auf die Herdplatte legen und weiter erhitzen.


    Das Lager sollte dann herausfallen.
    In manchen Fällen kann es vorkommen, dass sich das Lager verklemmt. In so einem Fall das Lager wieder ausrichten, damit es aus dem Gehäuse fällt.


    Gleich im Anschluss (das Kurbelgehäuse ist noch immer heiß) sollte das vordere Lager entfernt werden.
    Mit einem runden Werkzeug (hier auf dem Foto ist ein Mutterschlüssel zu sehen), kann das vordere Lager durch sanften Druck (oder ganz leichte Schläge) entfernt werden. Das Innere des Kurbelgehäuses darf dabei auf keinen Fall beschädigt werden!




    Jetzt kann erst einmal alles abkühlen oder es werden sofort die neuen Lager eingesetzt. Es empfiehlt sich aber, das Kurbelgehäuse noch einmal auf der Herdplatte zu erhitzen. Somit steht dem Einbau der neuen Lager nichts mehr im Wege.

    Schiebe das neue Hauptlager auf die Kurbelwelle. Die Kugeln sollten so nahe wie möglich beim Kurbelwellenflansch (die Schwungmasse am Ende der Kurbelwelle) anliegen.


    Anschließend kommt das neue vorder Lager auf die Kurbelwelle. Die Dichtung (Gummi oder Metall) muß in Richtung des Dickeren Teils der Kurbelwelle zeigen. Mit Hilfe der Kurbelwelle wird nämlich das vordere Lager in das Kurbelgehäuse eingesetzt.


    Wie schon oben beschrieben, wird das neue vordere Lager mit Hilfe der Kurbelwelle in das Kurbelgehäuse eingesetzt. Vorsicht, das Gehäuse ist heiß. Warte ein paar Sekunden, bevor du die Kurbelwelle aus dem Lager herausziehst. Das Lager sollte jetzt von alleine in Position bleiben. Das Lager sollte zügig eingesetzt werden, da es sich sonst erhitzt und ausdehnt. In so einem Fall muß zuerst das Lager abkühlen und das Kurbelgehäsue eventuell wieder erhitzt werden. Anm. Ich habe die Kurbelwelle samt Lager für ein paar Minuten in das Gefrierfach gelegt.
    Sollte das Lager nicht komplett im Gehäuse sein, kann man das Lager mit sanften Schlägen gegen die Holzplatte in Postion bringen. Sollte das nicht funktionieren, Gehäuse wieder erhitzen, das Lager wieder herausnehmen und von vorne beginnen.




    Jetzt kommt das Hauptlager dran.
    Entweder geschieht das einsetzen des Lager sofort, oder, wenn das Gehäuse zu stark abgekühlt ist, muß es wieder erhitzt werden. Zum Einsetzen des neuen Lagers wird die Kurbelwelle von hinten in das Gehäuse eingeführt. Das Lager sollte nahezu von selbst in die richtige Position fallen. Wenn sich die Kurbelwelle leicht hin und her drehen läßt, ist alles in Ordnung. Wenn nicht, Gehäuse erhitzen und Lager wieder raus. Jetzt kann alles in Ruhe abkühlen.


    • Wenn alles abgekühlt ist, muss überprüft werden, ob sich die Kurbelwelle frei drehen läßt.
    • Der Kolben samt Pleuel kann wieder eingesetzt werden. Der Kurbelwellenzapfen muß sich hierbei in der obersten Position befinden. Der Kolben muß in der gleichen Richtung eingebaut werden, wie er original montier war. Sonst wird der Motor nicht funktionieren.
    • Die Laufbuchse sollte zuerst etwa 5mm in das Gehäuse geschoben werden. Dann den Kolben in die Laufbüchse einfahren. Jetzt kann die Laufbüchse vollständig in das Gehäuse gedrückt werden. Auch hier muß auf die Position geachtet werden. Die meisten Büchsen haben eine kleine Nut. Am Gehäuse gibt es dazu das Gegenstück. Die Nut muß in den Zapfen. Das ganze sollte etwas geölt werden. Am besten mit ein paar Tropfen After Run Öl.
    • Bei der Montage des Heckdeckels muss sich der Kolben wieder in einer oberen Position befinden, da er sonst beschädigt werden kann.
    • Die Schrauben der Heckplatte sollten kreuzweise angezogen werden.
    • Setze den Brennraum ein - die Dichtscheiben nicht vergessen!
    • Die Schrauben des Kühlkopfes sollten auch kreuzweise angezogen werden!
    • Jetzt noch die Glühkerze.
    • Und den Vergaser.

    Fertig. Ich hoffe ich habe es verständlich genug beschrieben. Sollten diesbezüglich Fragen oder Verbesserungsvorschläge auftreten, einfach Posten.
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    bandizz
    Schotterbrecher
    Schotterbrecher



    Anmeldedatum: 07.07.2014
    Beiträge: 42
    Wohnort: Niederaula

    BeitragVerfasst am: 31.08.2014, 14:13    Titel:
    Ich möchte hier noch eine Kleinigkeit zum Lagerausbau ergänzen:

    In meinem Fall, hat das innere Lager sehr geklemmt, da es auch ziemlich angerostet war. Der Motor hat eine Weile in WD40 gebadet und ich habe auch immer ein wenig nachgesprüht. Den Motor habe ich äußerlich auch recht schnell mit einem Heißluftfön erwärmt, da war aber rein garnichts zu machen.
    Nach einer ganzen Weile Recherche habe ich dann gesehen, dass es Lagerentfernungstools gibt (einfach mal nach "ball bearing removal tool" googeln). Die eigentliche Idee einer Nachahmung eines solchen Tools stammt nicht von mir, möchte euch die aber trotzdem nicht vorenthalten: Bolzenanker / Metall-Rahmendübel - gibt es in jedem Baumarkt.

    Zum Testen hatte ich ein entsprechendes Lager mit. Die Bolzenanker mit 10mm haben nicht gut gepasst, da habe ich einen mit 8mm mitgeommen. Live getestet habe ich es dann allerdings mit dem Rahmendübel:



    Der Konus ist ein wenig kleiner und passt so hervorragend in den Kanal, in dem die Welle läuft. Die Metallhülse mit einer Wasserpumpenzange o.ä. festhalten und festdrehen. Großer Vorteil dabei ist, dass die Belastung des Lagers recht gering ist, da Innen komplett geklemmt wird:



    Nun muss man nur noch Sachte von der anderen Seite mit Inbus als Verlängerung und leichten Hammerschlägen das Lager entfernen. Diese Variante ist in jedem Fall geeigneter als mit Schraubendreher o.ä. im Motor herumzukratzen.
    Viel Erfolg beim Ausbau!
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